HEY-O-HANSEN - live
DON SHTONE (aka sven dohse) - live
NIGHTWOOD SOUNDSYSTEM - live & konserven
THE GOLDMUNDS - dj
BASS IS THE PLACE!
Außergewöhnliches geschieht an den Rändern des sich vornüberbeugenden Herbstes:
Die sommerdurchwirkten Hände der Freunde der nach Wald und Kresse duftendenKonzertabende greifen wieder die Klinken, um eine tageskurze Saison der Keller,Klubs und Kantinen, eine Jahreszeit der hängenden Himmel und der aus den gut geheiztenRäumen an ihnen pochenden Beats zu betreten. so auch DIE GOLDMUNDS.
Eingeladen vom KILLEKILL CLUB in den Drittstern neben Berghain und Panoramabar,bespielen sie eine Nacht lang mit guten Bekannten die Kantine und reichen einNachtmahl aus Bässen, Hörnern, Singschwären, Dub, Wicked Brassstep und verschmitztenApregatoren.
Den Abend eröffnen NIGHTWOOD SOUNDSYSTEM: KIKI BOHEMIA und SLOW LEARNER mischenfiktive Soundtracks, abstrakten Dubstep, sich überlagernde Gesänge und sinistreEffekte zu einer ganz eigenen "Blade Runner meets 24 Hour Party People" Revue,mit Drones, Breaks, tiefen Bässen, verwunschenen HouseVocals, und endlosenEchoschleifen für eine Nachtfahrt durch Babylon. Slow Learner gibt den DJ, deraus der Kälte kam, und Kiki Bohemia singt dazu wortlos von urbaner Paranoia underwachsener Angst.
Darauf folgen die Pioniere und vielleicht einzigen Exemplare des Alpino-Dub,HEY O HANSEN, die seit vielen Jahren konsequent ihren Soundschlitten ölen. Nach frankophilen Charmeattacken auf Elephantenfüßen kurz nach der Jahrtausenwendevermessen sie heute mit ihren Basswellen die Betonwände, wir lauschen begeistertden Reflexionen mit dem unteren Teil unseres Oberleibs. Darüber breitet der GitarristOLAF RUPP die verbotenen Blumen seines offenen Spiels mit Atmosphären, und schließlichlehnt sich aus dem derart umrankten Fenster die Stimme der Japanerin KAZUMI,sehnsüchtig die Aussicht mit den Augen abtastend.
Der Mann der daraufhin sein Equipment umtanzen wird, ist DON SHTONE, sonst unermüdlichund tapfer dabei, als SVEN DOHSE den Mandys der Welt in den entlegensten Ravehallen seinAutogramm zu buchstabieren. Auf "beware of the cat" (stilll-records) jedoch und so auchheute abend vermengt er "die glamorösen Überbleibsel von Broadway-Show-Größen undverschwurbelten Unschärfen avantgardistischer Kellerclubs. Ein gesampeltes Gesamtkunstwerk,dass einen immer hin- und herwirft, wie es sonst nur Alben von Atom Heart tun, die man einfachgerne haben muss, auch wenn sie einen streckenweise so irritieren, dass man nicht mal mehrdarüber schmunzeln kann, sondern sich einfach nur fragt, "warum eine nass gefilterte 303-Basslineso wunderbar zu Orchester-Hits passt." (thaddi, de:bug)Abschließen werden den Abend die Absolventen der Nachfeierlogiken des Sommers, die GOLDMUNDS, dieim Ritter Butzke, der Fusion, und dem Circus der 25 mehrfach bewiesen haben, dass ihr Dancefloorein satter Seufzer der Erleichterung, ein kantig und selbstverliebt sprühender Koloss vonMächtigkeit und euphorischem Tiefgang ist. Dieses extreme Gegenprogramm zu ihrem sonstigenmusikalischen Wirken ist sicher ein Teil der Erklärung der Unverbrauchtheit ihrer muskulösen,schmutzig rockenden Bratapfelschleuder.
Oder wie HEY-O-HANSEN es formulieren:
Kaum eine Musikrichtung ist in den letzten Jahren so steil und rasant abwärts gefahren, wie der Alpino-Dub. Mit der Musikindustrie gehts bergab, und da sind Alpinisten ha genau richtig. Bioniere des Genres sind Hey-O-Hansen, zwei nach Berlin emigrierte Bleichgesichter aus Österreich. Dieses Land ist vollkommen un-irie, vom ganzen Umfeld verkehrt, um Reggae zu spielen. Berlin im Übrigen auch. Was tun, wenn man nun unbedingt dem jamaikanischen Einschlag frönen will? Kiffen? Schuhcreme ins Gesicht? Nützt alles nichts - Hey-O-Hansen haben alles richtig gemacht und einfach ihre ganz eigene Musik gespielt. Gekifft haben sie dennoch. Ihr Alpino-Dub führt sie leider nicht ins Tal der Jungfrauen, sondern schnurstracks auf die Bühne. Und da - das wissen Sie - warten nur hundsköpfige Knallfrösche, dem Dixie-Klo entstiegene Halbschönheiten und narzisstische Heulsusen. Zu zweit ist das nicht zu bewältigen, deshalb bringen sie Olaf Rupp aus Berlin mit. Sein Name suggeriert hartes Einsteigen - dabei ist er einer, der Töne dehnt und Details sucht. Möge es ihm gelingen! Ach und wenn alles gut läuft, wird die Herrenrunde durch Kazumi, die wunderbäuchige Sängerin aus Japan ergänzt. Nun bitte aufatmen: Kazumi ist nicht Miss Hawaii. Nochmal: Kazumi ist nicht Miss Hawaii. Und nochmal: Kazumi ist nicht Miss Hawaii!
kuess die hand, hey-o-hansen.
Wir freuen uns!
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